4. November 2024
Erstmal nichts!! Das eine ist eine Baumaschine und das andere ein altes, bereits von Hildegard von Bingen erwähntes Heilkraut. Warum vergleiche ich die beiden dann miteinander? Jede Pflanze zeigt eine Signatur. Darunter versteht man Merkmale, die uns zeigen oder Hinweise geben können, gegen welche Beschwerden die Pflanze eingesetzt werden kann (für mehr Hintergrund dazu, empfehle ich Roger Kalbermatten „Wesen und Signatur der Heilpflanzen“). Das Ruprechtskraut, auch stinkender Storchschnabel genannt, wird u.a. eingesetzt zur Unterstützung bei der Aufarbeitung traumatischer Erlebnisse, auch solchen die schon lange zurück liegen. Also Geschehnissen wie Verluste, Trauer, schreckliche Kindheitserlebnisse usw, alles, was einen Menschen aus der Bahn wirft, was einem den Boden unter den Füßen wegzieht und einen in der Luft hängen lässt, was einen aus seiner eigenen Mitte bringt und wo man jemanden braucht, der einen Stütze ist. Und genau das zeigt und macht das Ruprechtskraut. Wollte man das Pflänzchen loswerden, ist das im Gegensatz zu anderen Pflanzen nicht schwer zu bewerkstelligen. Ein leichter Zug an der Pflanze und sie ist aus dem Boden gezogen. Man glaubt, die Pflanze kann unmöglich so im Boden gehalten und versorgt werden und tatsächlich wird sie das auch nicht allein durch die spärliche Wurzel. Die Wurzel bekommt Unterstützung und zwar durch eine in der Natur einzigartige Verwandlung. Wenn die äußeren Blätter groß und alt geworden sind, fallen sie nicht einfach ab und verrotten, sondern die bodennahen Stiele wachsen nach dem Absterben der Blattspreite weiter und biegen sich nach unten Richtung Boden. Dort bilden sie um den Hauptstiel der Pflanze herum eine Art Stützgerüst und geben damit einerseits der Pflanze zu allen Seiten hin eine Abstützung, die dafür sorgt, dass auch an unebenen Stellen (Storchschnabel wächst auch an alten Mauern und Felsen) und andererseits die Blätter immer Richtung Sonne und Licht ´wachsen können. Die Wurzel dient nur der Nahrungsversorgung. Die umgebauten Blattstiele geben die Stabilität und die Flexibiltät. So wie der Kran durch die Stützen in die Höhe gehoben werden kann und schweres Gerät über dem Boden zu „schweben“ scheint, so wird der Storchschnabel der Erdenschwere enthoben ohne seine Verwurzelung mit Mutter Erde zu verlieren. Der Kran wird durch die Stützen stabilisiert und ist dadurch in alle Richtungen frei beweglich. Der Storchschnabel macht dieses Prinzip vor und zeigt uns auch damit, dass er uns als Heilpflanze helfen kann, wenn wir die Bodenhaftung verloren haben, wenn wir eine Stütze brauchen um den Blick wieder aufrichten zu können Richtung Sonne und Licht, damit wir wieder klar sehen und was neues aufbauen können. So hilft uns das Bild vom Kran das Wirkprinzip des Storchschnabel zu verstehen!